Das gravierte Weizenglas vom letzten runden Geburtstag ist seit Jahren in Gebrauch und ging seitdem oft durch die Spülmaschine. Inzwischen ist der Name kaum noch zu erkennen. Hat sich die Gravur abgenutzt?
Diese und ähnliche Fragen erreichen uns regelmäßig. Wir können Entwarnung geben: Am Glas hat sich nichts geändert, an der Gravur ebenso wenig. Was das Aussehen der Gravur verändern kann und wie sich das verhindern lässt, beschreiben wir in diesem Ratgeber.
Wie die Lasergravur das Glas bearbeitet
Bei der Lasergravur wird die Glasoberfläche an genau definierten Stellen bearbeitet, und das Motiv sitzt direkt in der Oberfläche. Die Gravur hält so lange wie das Glas selbst.
Bei der Gravur arbeitet man mit CO2-Lasern im Infrarotspektrum bei 10,6 Mikrometern. Bei dieser Wellenlänge wird das Glas undurchsichtig. Mikrorisse, die bei der Gravur vom Laser erzeugt werden, streuen das Licht. Deshalb erscheint die Gravur als weißes, mattes Muster auf klarem Glas.
Die Gravur wird damit direkt ins Glas eingebracht. Es gibt also keine zusätzliche Schicht, die aufgetragen wird und die abgetragen werden könnte. Auf den Einsatz von Farbe, die ausbleichen könnte, oder Lösungsmittel, die das Glas angreifen könnten, wird komplett verzichtet.
Verblasst eine Lasergravur mit der Zeit?
Was das Material selbst betrifft, gibt es bei einer Lasergravur im Glas kein Verblassen. Trotzdem berichten Kunden in seltenen Fällen von Gravuren, die nach einigen Monaten stumpf und blass wirken. Dahinter steckt ein optischer Effekt: Kalk aus dem Leitungswasser, Spülmittelreste und Hautfett setzen sich bevorzugt in den rauen Mikrorissen ab und füllen sie auf. Die Oberfläche wird glatter, sie streut weniger Licht, und der weiße Kontrast verschwindet.
Ein Bad in warmem Wasser mit Haushaltsessig sorgt in 15 bis 60 Minuten dafür, dass die Gravur wieder voll zur Geltung kommt. Die Essigsäure löst den Kalk bzw. wandelt diesen in wasserlösliches Calciumacetat um.
Zitronensäure funktioniert ebenfalls und riecht dabei noch angenehmer. Aber Vorsicht beim Erhitzen: Aus heißer Zitronensäure und Calcium entsteht Calciumcitrat, ein schwer lösliches weißes Salz, das sich wie eine zweite Kalkschicht auf das Glas legt. Deshalb sollten Sie Zitronensäure nur in Verbindung mit kaltem Wasser verwenden.